Josephine Dubois

Chablis, Bourgogne
 
 
Die Weinbauregion Chablis verfügt als ehemaliger Meeresboden über eine einmalige geologische Konstellation. Myriaden früherer Muschelschalen, die im Laufe der Zeit zu feinstem Staub zermahlen wurden und sich mit dem Erdreich vermischten, bildeten die Grundlage der heutigen mineralstoffreichen aber kargen Muschelkalkböden. Hier gewinnt die eigentlich ausdruckslose Traubensorte Chardonnay, die üblicherweise ihren Ausdruck durch die jeweils vorherrschende Kellertechnik erhält, urplötzlich die Funktion, eines Botschafter des Terroirs. Einer Legende zu Folge hatte ein burgundischer Winzer Anfang des 19. Jahrhundert eine adelige Geliebte, die ihm jedoch nichts ausser ihren Vornamen Preis gab – Joséphine. Als diese eines Tages spurlos verschwand und jegliche Suche erfolglos blieb, benannte der Winzer seine Cuvées nach seiner Herzensdame, um sie so ausfindig zu machen. Da ihm jedoch der Nachname nicht bekannt war, entschied er sich kurzerhand sie Dubois (Vom Walde) zu taufen, da dies der Ort war, wo die beiden sich stets getroffen hatten. Der Winzer fand seine Geliebte nie, doch ihre Weine werden noch heute getrunken.


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